Es fällt zunehmend schwer, die täglichen Entwicklungen in den USA zu kommentieren. Kaum hat man sich in ein Thema vertieft, öffnet die politische Führung bereits das nächste Fass. Drohungen gegen Venezuela, territoriale Begehrlichkeiten gegenüber Grönland, Kanada, Mexiko oder jüngst sogar Island – all das wirkt wie ein Ablenkungsmanöver von den Epstein-Akten und der desaströsen wirtschaftlichen Lage.
Doch besonders alarmierend ist der Terror der „ICE-Gestapo“, wie viele Amerikaner:innen selbst die Einwanderungsbehörde nennen.
Die USA bleiben für mich grundsätzlich ein faszinierendes Land – eines, das ich derzeit jedoch bewusst meiden würde. Gespräche mit US-Bürger:innen während der Olympischen Spiele in Paris waren oft ermutigend. Heute würden mich viele von ihnen vermutlich vor einer Reise in ihr eigenes Land warnen.
Warum die USA kein sicheres Reiseziel mehr sind
Seit der erneuten Amtsübernahme von Donald Trump im Jahr 2025 hat sich die Lage weiter zugespitzt. Die USA sind für viele kein sicheres Reiseziel mehr. Für US-Bürger:innen ist dies bereits problematisch – für Tourist:innen ist es schlichtweg nicht zu empfehlen. Die Gründe sind vielfältig:
- Erhöhte Visagebühren und Einreisehürden: Die US-Regierung plant, die Visagebühren auf bis zu 250 Dollar zu erhöhen. Zudem sollen ausländische Besucher:innen künftig zusätzlich etwa 100 Dollar für den Zugang zu Nationalparks zahlen.
- Exorbitante Ticketpreise für die WM: Die Preise für die Spiele der Fußball-WM 2026 sind absurd hoch.
- Invasive Einreisekontrollen: US-Behörden erwägen, bei der Einreise bis zu fünf Jahre Social-Media-Aktivität zu überprüfen.
- Sicherheitsrisiken: Ausländer:innen können ohne triftigen Grund festgenommen und über längere Zeit festgehalten werden.
Der Boykott als politisches Signal
Ein Tourismusboykott wäre ein spürbares Signal. Wirtschaftliche Konsequenzen sind oft die einzige Sprache, die politisch verstanden wird. Die kommenden Wahlen müssen von den Demokraten dominiert werden – „vote blue, no matter who“. Die Fußball-WM 2026 findet erneut in den USA statt. Viele Fans haben ihre Reise bereits geplant. Dennoch lautet meine klare Empfehlung: Bleibt zu Hause und schaut die Spiele im Fernsehen.
Fazit: Fernbleiben als Freundschaftsdienst
Haltet euch fern. Bestraft die USA durch einen gezielten Tourismusboykott. Es gibt viele großartige Reiseziele auf der Welt, an denen man willkommen ist und sein Geld sinnvoller ausgeben kann. Ich bin überzeugt, dass die US-Bevölkerung Trumps Agenda bei den Midterms ausbremsen und spätestens 2028 die Kontrolle zurückgewinnen wird. Dann können wir wieder in die USA reisen – und werden auch wieder willkommen sein. Bis dahin aber gilt: Es muss wehtun. Das ist der ehrlichste Freundschaftsdienst, den man von außen leisten kann.

