• Jetzt mal im Ernst, Donald: Gehst du dir nicht langsam selber auf den Keks?

    Ich hoffe, zukünftige Generationen werden gnädig mit uns sein, wenn es um die Bewertung unserer Gegenwart geht. Wir leben in einer Zeit von Umbrüchen, technischen Inovationen und unendlichen Chancen. Was machen wir daraus? Wir geben das Zepter einigen bekloppten alten Männern in die Hand, die glauben, Geschichte schreiben zu müssen. Zur Not, indem man sie umschreibt.

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  • ICE-Alarm - Warum wir die Fußball-WM in den USA meiden sollten

    Es fällt zunehmend schwer, die täglichen Entwicklungen in den USA zu kommentieren. Kaum hat man sich in ein Thema vertieft, öffnet die politische Führung bereits das nächste Fass. Drohungen gegen Venezuela, territoriale Begehrlichkeiten gegenüber Grönland, Kanada, Mexiko oder jüngst sogar Island – all das wirkt wie ein Ablenkungsmanöver von den Epstein-Akten und der desaströsen wirtschaftlichen Lage.

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  • Lust auf 2026?

    Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das uns alle vor Herausforderungen stellte. Donald Trump trat seine zweite Amtszeit als US-Präsident an, Friedrich Merz wurde Bundeskanzler, die AfD wurde zeitweise als gesichert rechtsextrem eingestuft. Verheerende Waldbrände in Kalifornien, großflächige Blackouts auf der Iberischen Halbinsel und der Tod des Papstes prägten die Schlagzeilen.

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Warum viele Institutionen Linux als Alternative zu Windows prüfen

Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und erfährst, dass immer mehr Behörden, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen weltweit die Nutzung von Microsoft Windows endlich kritisch hinterfragen. Nicht aus Ideologie, sondern wegen wachsender Bedenken zu Datenschutz, Compliance und digitaler Abhängigkeit.

Es geht dabei nicht um illegale Software, sondern um offiziell vertriebene Windows-Versionen, die auf Millionen von Rechnern laufen – möglicherweise auch auf deinem. Aktuelle Daten zeigen, dass seit dem Support-Ende von Windows 10 im Oktober 2025 ein spürbarer Anstieg der Linux-Nutzerzahlen zu verzeichnen ist. In der Schweiz stieg der Linux-Marktanteil auf dem Desktop von 1,8 % (2024) auf 2,7 % (Juni 2025), während Windows im selben Zeitraum von 78,0 % auf 73,5 % sank. Weltweit liegt der Linux-Marktanteil auf Desktops Ende 2025 bei etwa 3 %, mit Spitzenwerten über 5 % in einigen Märkten wie den USA. Besonders das erzwungene Upgrade auf Windows 11 und Datenschutzbedenken treiben viele Nutzer zu Linux – sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen. So stieg die monatliche Nutzerzahl der Linux-Distribution Bazzite allein zwischen November und Dezember 2025 von knapp unter 50.000 auf rund 62.500 Anwender.

Windows 11: Kritik, Risiken und Skepsis

Microsoft stellte den Support für Windows 10 bereits am 14. Oktober 2025 ein. Organisationen stehen daher unter Druck, auf Windows 11 umzusteigen oder Alternativen zu prüfen.

  • Zunehmender Zwang zur Anmeldung mit einem Microsoft-Konto
  • Umfangreiche Telemetrie- und Datensammlungsfunktionen
  • Höhere Hardware-Anforderungen und teils schlechtere Performance auf älteren Geräten

Gerade in sensiblen Bereichen wie Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen führen diese Punkte dazu, dass Alternativen wie Linux stärker in den Fokus rücken.

Internationale Beispiele für Linux-Migrationen

Südkorea: Mehr Unabhängigkeit durch Open Source

In Südkorea setzen verschiedene staatliche Stellen bereits auf Linux-basierte Systeme. Zum Einsatz kommen unter anderem Harmonica OS (Ubuntu-basiert) sowie Gooroom OS (Debian-basiert). Ziel ist es, die Abhängigkeit von proprietären Systemen zu reduzieren und die Kontrolle über staatliche IT-Infrastrukturen zu stärken.

Brasilien: Digitale Souveränität als Staatsziel

Brasilien verfolgt seit mehreren Jahren Programme zur digitalen Souveränität. Öffentliche Einrichtungen evaluieren und nutzen Linux-Systeme, um unabhängiger von ausländischen Softwareanbietern zu werden und langfristig Kosten sowie Abhängigkeiten zu reduzieren.

Australien: Datenschutz im Gesundheitswesen

Im australischen Gesundheitssektor wurden bei Tests moderner Windows-Versionen Datenschutz- und Compliance-Risiken identifiziert. Einige Einrichtungen prüfen daher Linux-basierte Alternativen, um sensible Patientendaten besser zu schützen.

Fallstudie Europa: Der Linux-Umstieg der Stadt München

Der Umstieg der Münchner Behörden von Windows zu Linux und zurück ist eine der bekanntesten und umstrittensten IT-Geschichten im öffentlichen Sektor:

1. Umstieg von Windows zu Linux (Projekt LiMux)

2004–2013: Die Stadt München beschloss, ihre 15.000 Behörden-PCs auf das freie Betriebssystem Linux (LiMux) umzustellen, um unabhängiger von Microsoft zu werden und Kosten zu sparen. Bis 2013 waren etwa 80 % der Arbeitsplätze auf Linux umgestellt. Das Projekt galt weltweit als Vorzeigeprojekt für Open Source in der öffentlichen Verwaltungen.
Es gab technische und organisatorische Probleme, insbesondere bei der Kompatibilität mit Dateiformaten anderer Behörden, die weiterhin Microsoft-Produkte nutzten. Die parallele Pflege von Linux- und Windows-Systemen war aufwendig und teuer.

2. Rückkehr zu Windows

2017: Der Münchner Stadtrat beschloss, wieder zu Windows 10 zurückzukehren. Gründe waren unter anderem die mangelnde Kompatibilität mit anderen Behörden, fehlende Fachsoftware für Linux und der Wunsch nach einem einheitlichen, marktüblichen Standard. Die Umstellung sollte bis 2020 abgeschlossen sein.
Kritik: Viele sahen in der Rückkehr zu Windows einen Rückschritt, da das Projekt LiMux zwar teuer, aber technisch erfolgreich war. Die Entscheidung wurde auch als politisch motiviert angesehen, da die neue Koalition (SPD/CSU) den Wechsel vorantrieb.


3. Aktuelle Entwicklung (ab 2024/2025)

Neue Open-Source-Initiativen: Seit 2024 setzt München wieder stärker auf Open Source und hat ein Open Source Program Office gegründet. Die Stadt betont, dass „wo technisch und finanziell möglich“ offene Standards und freie Software genutzt werden sollen. Dies ist jedoch keine Rückkehr zu LiMux, sondern eine strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Interoperabilität und digitale Souveränitäten.


Fazit
Der Münchner Linux-Windows-Linux-Zyklus zeigt, wie komplex IT-Migrationen in großen Organisationen sind – besonders, wenn es um Kompatibilität, Fachsoftware und politische Rahmenbedingungen geht. Während der erste Umstieg auf Linux als Pionierleistung galt, führte die Rückkehr zu Windows zu einer breiten Debatte über die Zukunft von Open Source in Behörden. Aktuell scheint München einen Mittelweg zu suchen, der offene Standards und praktische Anforderungen vereint.
Interessant zu wissen: Andere europäische Städte und Behörden (z. B. die französische Gendarmerie oder spanische Regionen) nutzen Linux erfolgreich – oft mit weniger Kompatibilitätsproblemen, da sie von Anfang an auf Interoperabilität achteten

Warum Organisationen Windows zunehmend hinterfragen

Die Gründe für den wachsenden Zweifel an Windows liegen vor allem in drei Bereichen:

  • Datenschutz und Compliance: Besonders unter der DSGVO müssen Datenflüsse transparent und kontrollierbar sein.
  • Digitale Souveränität: Eigene Kontrolle über Software und Infrastruktur gewinnt geopolitisch an Bedeutung.
  • Flexibilität und Anpassbarkeit: Open-Source-Systeme lassen sich gezielt an organisatorische Anforderungen anpassen.

Fazit

Es gibt noch nirgends ein Verbot von Windows 11. Dennoch zeigen zahlreiche Beispiele, dass Behörden und Unternehmen weltweit Alternativen prüfen oder bereits umsteigen. Linux spielt dabei eine zentrale Rolle.

Für Nutzer und Organisationen bedeutet das: Die Frage nach Kontrolle, Datenschutz und langfristiger Abhängigkeit von Softwareanbietern wird immer relevanter. Die Wahl des Betriebssystems ist längst keine rein technische Entscheidung mehr.